Die Dokumentation des TÜDAY Projekt wurde veröffentlicht
DAS GEDÄCHTNIS – UNSERER ZUKUNFT
Deutsch-Kurdisch-Türkische BeziehungsGeschichten
Das
Projekt „Das Gedächtnis – Unserer Zukunft. Deutsch-Kurdisch-Türkische
BeziehungsGeschichten.“ ist ein Beitrag zur Förderung demokratischer
Werte und unterstützt die multiperspektivische und respekt volle
Auseinandersetzung mit vergangenen Gewalterfahrungen und noch
andauernden Menschenrechtsverletzungen, um zum zivilgesellschaftlichen
Umgang mit Konflikten zu befähigen. MEHR
Einjähriges TÜDAY Projekt 2010
DAS GEDÄCHTNIS – UNSERE (R) ZUKUNFT
Geschichte der deutsch-kurdisch-türkischen Beziehungen
Die größte Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland hat einen Türkeibezug. Ihre Migrationsgeschichten sind jedoch vielfältig. Sie leben als Arbeitsmigranten, deren Nachkommen oder als Flüchtlinge, die insbesondere in den 1980er und 1990er Jahren aufgrund der zugespitzten politischen Lage in der Türkei nach Deutschland einreisten. Ebenso vielfältig ist auch der ethnische bzw. kulturelle Hintergrund dieser Menschen. Mit etwa 600.000 - 800.000 Personen stellen KurdInnen die zweitgrößte Migrantengruppe in Deutschland dar. Im Rahmen der öffentlichen Migrationsdebatte findet die Vielfalt dieser Migrantengruppe kaum Beachtung.
In Deutschland leben Menschen mit deutschem, kurdischem, türkischem Hintergrund zusammen, die einerseits Geschichte unterschiedlich erinnern und andererseits ganz verschiedene Geschichten haben. Diese Geschichtserzählungen stoßen oft ohne gegenseitiges Wissen und Verständnis aufeinander, auch ohne Verständnis für die aktuelle Bedeutung, um die dabei gestritten wird, z. B. als Anerkennungs- oder Identitätsfragen, vor allem, wenn es sich um weitgehend unbearbeitete Ausgrenzungs-, Konflikt- und Gewalterfahrungen handelt oder um Erinnerungskultur.
Das betrifft einerseits die Geschichte des Nationalsozialismus. Hier geht es u.a. um die Frage, ob oder wie sich Einwanderer diese Geschichte aneignen und an der Erinnerungskultur teilhaben, die dazu in Deutschland entstanden ist. Zugleich betrifft es die Kultur im Umgang mit der Geschichte des Herkunftslandes, hier die der Türkei. Die Geschichte des Völkermords an den Armeniern, die langjährige Assimilations- und Gewaltpolitik der Türkei gegenüber den Kurden führt auch in Deutschland zu heftigen Konflikten. Die aktuelle Bedeutung dieser Themen erkennt man u.a. in den Diskussionen um den EU-Beitritt der Türkei. Jedoch werden diese Erfahrungen zu wenig in Deutschland bearbeitet, so dass bei den Angehörigen dieser Communities (insbesondere bei türkischen politischen Flüchtlingen, Kurden und Armeniern) sich oftmals das Gefühl von fortwährender Ausgrenzung verfestigt und das interkulturelle Zusammenleben belastet.
Ziel des TÜDAY Projektes:
Das TÜDAY Projekt „Das Gedächtnis - Unsere (r) Zukunft“ will die deutsch-kurdisch-türkische(n) Geschichte(n) vermitteln, insbesondere den unterschiedlichen Umgang mit Geschichte und Erinnerungen vielfältig verdeutlichen, darüber hinaus die interkulturelle Kompetenz zur Verständigung über die konflikthaften Beziehungsgeschichten von den genannten Gruppen fördern.
Das Projekt soll einen multiperspektivischen und respektvollen Umgang mit vergangenen Gewalterfahrungen und Menschenrechtsverletzungen gezielt fördern, um zum zivilgesellschaftlichen Umgang mit Konflikten zu befähigen. Für die Zielgruppe „MultiplikatorInnen“, die verbindlich an den vorgesehenen sieben Wochenendseminaren regelmäßig teilnehmen sollen, wird langfristig angestrebt, qualifizierte Gruppenmitglieder, so etwa LehrerInnen, SozialarbeiterInnen, ErinnerungsarbeiterInnen, MenschenrechtsaktivistInnen in einige Teile der jugendbezogenen Aktivitäten einzubeziehen, um ihnen praktische Erfahrungen zu ermöglichen, die sie später selbstständig einsetzen können, um das Konfliktpotenzial insbesondere in Schulen, Jugendeinrichtungen etc. zu reduzieren.
+49 221 724077 . 